2/2016

Interactive Media Design – Mediencampus der Hochschule Darmstadt


Wieso?  Weshalb?  Warum?

Beginnen möchte ich damit, wie ich überhaupt dazu kam Interactive Media Design zu studieren. Dazu muss ich etwas weiter ausholen: Ich besuchte nach der Grundschule ein Gymnasium in Mainz. Da ich mit meiner Mutter zusammen nach Hessen zog, wechselte ich also auch die Schule. Dort hatte ich es leider nicht wirklich leicht und wiederholte auch eine Klasse. Nach der E-Phase -sprich nach der elften Klasse- wechselte ich dank der Unterstützung meiner Mutter auf eine Berufsbildende Schule. Dort absolvierte ich mein Fachabitur im Bereich Gestaltung und konnte mir währenddessen schon einen guten Überblick über die verschiedenen Bereiche in der Medienbranche machen. Von Fotografie, über Produktdesign und Vermarktung bis hin zur Architektur war so einiges dabei. Ich konnte mir auch sehr gut vorstellen, ein mal in einem dieser Bereiche zu arbeiten. Also stand die Richtung, in die ich einmal gehen würde, fest.

Ob ich wirklich studieren sollte oder nicht, war dann jedoch die schwierigere Frage für mich. Ich bin ein sehr praktischer Typ, ich muss alles anfassen und selbst machen um es am besten zu verstehen. Ich bin ein Querdenker, dessen Fragen und Beweggründe für diese meist kaum einer versteht. Schon in der Schule hatte ich das Gefühl unter zu gehen. -Wobei sich das während meines Fachabiturs geändert hat.- Schnell kam ich zu dem Entschluss, dass eine Universität für mich absolut gar nicht in Frage kommt -von meinem Abschluss mal abgesehen- nur eine von hundert Nummern sein? Das ist nichts für mich. Vor allem, da ich sehr gerne Diskutiere und Dinge hinterfrage. Also tendierte ich immer mehr zu einer Ausbildung im Medienbereich. Wirklich glücklich wurde ich bei der Suche nach Ausbildungsstellen und bei den Gehaltsaussichten auch nicht.. Was mich letztendlich dazu brachte zu studieren war wahrscheinlich meine Mutter. Sie hat mit Mitte 30 noch mal studiert. Zwar hat sie mir vorgelebt, dass es auch später noch mal geht, allerdings hat sie mir auch ich eingetrichtert, dass sie es sehr bereut hat, es nicht früher getan zu haben und dass ihr jetzt alles schwerer fällt.

Zum Glück habe ich mich zu diesem Zeitpunkt an meinen Großonkel gewandt, der eine eigene Firma in der Branche hat. Dieser gab mir einen entscheidenden Tipp. Er sagte mir, dass Studiengänge wie Grafikdesign, Mediengestaltung und Kommunikationsdesign in den letzten Jahren total überlaufen wurden. Er riet mir, etwas zu studieren, das sich mit den zukünftig entstehenden Technologien befasst, da dies definitiv Zukunft hat.

Also suchte ich im Web und informierte mich auf Messen um einen passenden Studiengang zu finden. Wäre ich nicht durch Zufall auf der Hochschul-Informations-Messe HoBit zum Damenklo gelaufen -und somit am Stand des Studiengangs Interactive Media Design vorbei- würde ich jetzt wahrscheinlich in München oder sonst wo stecken. Dort war ich total fasziniert von den ausgestellten Projekten und unterhielt mich sehr lange mit einer Studentin aus dem dritten Semester. -Also genau aus dem Semester, das ich grade absolviert habe.-
Auch der Onlineauftritt des Studiengangs hat mir direkt zugesagt und so hab ich mich dort beworben. Und nur dort, denn nachdem ich die Beschreibung für diesen Studiengang gelesen hatte, gefiel mir kein anderer mehr. Zu meiner Überraschung wurde ich auch zum Eignungstest eingeladen. Sechs Stunden. Produktentwicklung. So etwas hatte ich noch nie gemacht. Das Thema war die Freizeit in der Zukunft mit unserem Produkt zu verbessern. Schon nach diesem Tag wusste ich: Das könnte ich jeden Tag machen! Die Wochen, bis das Ergebnis des Eignungstests bei mir ankam, waren eine Qual.
Und als der Brief endlich kam, war ich nicht mal zu Hause. Ich hatte mit meiner Mutter für diesen Fall eine Art Pakt geschlossen, da sie -genau wie ich- total neugierig ist. Wenn ich nicht daheim wäre, sollte sie den Umschlag für mich öffnen und nur dann anrufen und mir bescheid geben, wenn ich auch bestanden hätte. Eines Tages kam also der erfreuliche Anruf meiner total euphorischen Mutter und sie sagte mir, dass ich angenommen wurde und die Eignungsprüfung sogar mit 92 Punkten bestanden hatte.

Die Inhalte und das ganze Drumherum 

Zunächst möchte ich euch die Themen vorstellen, die jeder im Modulhandbuch finden kann. Dann werde ich näher auf den Aufbau des Studiengangs berichten.

Im Verlauf des Studiums setzen wir uns mit Mediendesign, Medieninformatik, Programmierung, der Theorie des Interaktionsdesigns, der Kommunikation durch interaktive Simulation, Designmethoden und ihre Praxis, Mobile Medien, dem Internet der Dinge und Intelligenten Räumlichkeiten auseinander.
Interactive Media Design hat eine Regelstudienzeit von 7 Semestern. Das Studium ist in drei wesentliche Bereiche gegliedert, die jeder Student frei nach seinen Interessen vertiefen kann: Informatik, Management und Design.

Das erste Semester dient noch einer allgemeinen Orientierung und einer Einführung in die Thematik des Studiums. Ab dem zweiten Semester werden die Studenten in jedem Semester in Gruppen aufgeteilt, in denen sie innerhalb eines Semesters ein interaktives Produkt unter gewissen Rahmenbedingungen gestalten müssen. Dies bereit enorm auf die Zusammenarbeit mit fremden Teammitgliedern im späteren Arbeitsleben vor und bietet einen guten Einblick in die stressigen Phasen während eines Projektes. Im fünften Semester absolvieren die Studenten ein Praxissemester.

Die Grundstruktur eines Stundenplans eines Interactive Media Design Studenten sieht ungefähr so aus, dass Montag und Dienstag „freie“ Tage sind, die den Studenten dazu dienen sollen, ihre Zusatzmodule abzulegen. Zu diesen später mehr. Mittwoch bis Freitag ist von 9:00 Uhr bis ca 16:00 Anwesenheitspflicht für alle Studenten. Das hört sich erstmal ziemlich heftig an, doch die Tage selbst sind in einen Input am Vormittag und Coaching für die Projekte am Nachmittag unterteilt, was das ganze sehr angenehm macht. Der Mittwoch ist -meiner bisherigen Erfahrung nach- der Informatik Tag.
Am Donnerstag werden Themen aus dem Bereich Design und Management besprochen und den Studenten steht am Nachmittag ein Team aus sechs Coaches aus den verschieden Bereichen für ihre Projekte zur Verfügung.
Am Freitag haben wir bisher das Unterschiedlichste behandelt, auch einiges, das uns bei der persönlichen Entwicklung im Studium hilft. Zum Beispiel sollten wir im zweiten Semester eine Hausarbeit zum Thema Glück und Design verfassen. Dieses Semester wurde der Freitag dazu genutzt, dass sich Firmen aus der Umgebung bei uns vorgestellt haben, damit wir, auf der einen Seite einen aktuellen Einblick in die Branche bekommen und auf der anderen Seite auch Firmen kennenlernten, bei denen wir uns für ein Praxissemester bewerben können.

Ich hatte etwas weiter oben etwas von Zusatzmodulen geschrieben, das möchte ich euch noch mal näher erläutern: Der Mediencampus der Hochschule Darmstadt bietet Platz für einige sehr interessante Studiengänge wie zum Beispiel MotionPictures, Sound&MusicProduction, Animation&Game, Onlinekommunikation und noch einige mehr. Jeder dieser Studiengänge ist auf dem neusten technischen Stand. So befindet sich am Campus zum Beispiel ein eigenes Kino, ein Hightech Tonstudio, ein Filmstudio, 3D-Drucker -um nur einige Räumlichkeiten zu nennen, die uns für unsere Projekte zur Verfügung stehen- und natürlich unsere Geräteausleihe, in der man vom USB Kabel, über das MacBook bis hin zur Ultra HD Video Cam alles findet.
Naja diese Studiengänge sind alle sehr ähnlich aufgebaut. Jeder Student am Mediencampus muss Zusatzmodule, sogenannte Electives Belegen um am Ende des Studium auf die nötigen CreditPoints zu kommen, die jeder Student im Laufe seines Studiums mühselig zusammenkratzt. Zu Beginn jedes Semesters wird ein Handbuch veröffentlicht, in dem es Electives aus allen Studiengängen des Mediencampus zu finden gibt. Von Philosophie über Interaktive Bühnenperformance und LiveMixing bis hin zu Eventmanagement ist so einiges spannendes dabei.

Und jetzt zu dem Teil, der in den meisten Studiengängen der absolute Horror ist, die Prüfungszeit. In dieser haben wir Interactive Media Design -im Vergleich zu anderen Studenten- die Ruhe weg. Zwar sind wir zuvor fast an einem Herzleiden, Schlafmangel oder erhöhter Koffeinzufuhr kollabiert, da wir es mal wieder nur grade so geschafft haben unsere Projekte fertig zu stellen, doch die Prüfungsphase am Ende des Semesters ist meist das kleiner Übel. Das liegt vor allem daran, dass ab dem zweiten Semester nur noch der Informatik Teil schriftlich und der Design Teil mündlich abgefragt wird und unsere Professoren so nett sind, die Termine für die Prüfungen hinter die Projektabgabe zu legen.

Besonders erwähnenswert finde ich die familiäre Atmosphäre, die im Studiengang herrscht. Das liegt vor allem daran, dass wir pro Semester maximal 50 Studenten sind. Außerdem werden die Projektteams in jedem Semester neu gelost, wodurch man sich auf eine ganz andere Art und Weise kennen lernen kann. Auch die langen Tage mit den Coachings am Nachmittag sorgen dafür, dass ein guter Bezug zu den Professoren entsteht. Diese sind sehr bemüht, den Studiengang immer weitere zu verbessern und sind somit auch für Kritik und Anregungen sehr offen.

Und danach?

Da dieser Beitrag jetzt doch deutlich länger geworden ist als ich wollte, hier nur kurz ein paar Links zu deutschen Firmen, die in der Branche tätig sind. Ich glaube auf deren Webseiten kann man ganz gut sehen, in welche Richtung das ganze geht.

www.s-v.de
 www.razorfish.de
www.neulandherzer.com
www.sensory-minds.com

Ich hoffe, ich konnte euch einen guten Einblick in den Studiengang bieten und hab eure Neugierde geweckt.

Schreibt eure Fragen und Anregungen gerne in die Kommentare.
Bis zum nächsten Mal meine Lieben.

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Ein Gedanke zu “2/2016

  1. Wow viel Input, aber wer selbst studiert kann sich denke ich ganz gut reindenken! Erstmal sehr interessant dein Beitrag, auch wenn es für mich absolut gar nichts wäre 😀 Für mich stand von Anfang an fest, dass ich auf jeden fall studieren möchte. Um Lehrer zu werden führt da ja auch eher kein Weg dran vorbei 😉 Ich stimme dir allerdings zu, dass Unis eher den Ruf weg haben, dass man als Student nur eine Nummer ist. Ich habe mir deshalb einige Unis angeschaut und mich bewusst gegen Berlin und für Potsdam entschieden und was soll ich sagen? Meine Entscheidung war goldrichtig! Ich habe das Gefühl, dass unsere Professoren und Dozenten trotzdem immer ein offenes Ohr haben und die Atmosphere familiär ist. Das ist wie ich finde auch wichtig! Außerdem war mir aber wichtig, dass ich meinen Stundenplan selbst basteln kann, was natürlich nur an einer Uni/Hochschule mit vielen Studenten im Studiengang klappt. Naja genug zu mir 😀 Ich wünsche dir noch ganz viel Spaß und Erfolg im Studium und später bei der Jobsuche, diese Branche ist sicherlich stetig im Wandel und am Wachsen und hält viel für dich bereit 🙂 LG Mia

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